Das Monitoring-Netzwerk TreeNet untersucht mit automatischen Sensoren an Baumstämmen (Punktdendro- metern) den Wasserhaushalt und das Wachstum von Waldbäumen an rund 70 Standorten in der Schweiz (inkl. 13 LWF-Standorten). Alle zehn Minuten werden an über 500 Bäumen die Stammradien in Mikrometergenauig- keit gemessen sowie Daten in Atmosphäre und Boden gesammelt. Hier zeigen wir charakteristische physiologi- sche Durchschnittswerte von neun Baumarten basierend auf Einzelbaummessungen (1998–2023). Unterschiede in den Art- (Wachstumsraten, Baumwasserdefizit) und Standorteigenschaften (Niederschlag und Temperatur während der Wachstumsphase) bestimmen das Gedeihen der Bäume. Das durchschnittliche Jahreswachstum wurde hauptsächlich durch die Anzahl der Wachstumsstunden pro Jahr und die mittlere Wachstumsrate pro Stunde erklärt. Die Douglasie und die Tanne zeigten die grössten Zuwächse. Die Fichte hatte die höchste Wachs- tumsrate pro Stunde, erreichte aber aufgrund der wenigen Wachstumsstunden einen nur durchschnittlichen Jahreszuwachs. Die Wasserspeicherkapazität eines Baumes – hergeleitet aus der maximalen, täglichen Schrump- fung des Stammes – und das Baumwasserdefizit sind weitere Faktoren, die das Wachstum beeinflussen. Inner- halb derselben Art deutet eine grössere Wasserspeicherkapazität auf mehr Wachstum hin. Über alle neun unter- suchten Arten hinweg wachsen jedoch Arten mit einer generell kleinen Wasserspeicherkapazität am besten (Douglasie, Tanne, Buche). Wir zeigen, wo die TreeNet-Bäume am besten wachsen (Schweizer Mittelland) und wo sie unter dem grössten Trockenstress leiden (Wallis und Nordschweiz).